Sächsische Zeitung | 05. Jun 2015

„Wir können jeden schlagen“

Fortuna-Trainer Andreas Pach ist schon vor dem letzten Spiel der Fußball-Regionalliga stolz auf seine Frauen. Er hofft aber auch auf ein Wunder beim Stadtrivalen.

Von Alexander Hiller

Tabellenfünfter gegen Liga-Dritten. Der Saisonausklang in der Fußball-Regionalliga Nordost der Frauen beschert dem 1. FFC Fortuna Dresden gegen Eintracht Leipzig-Süd (Sonntag, 14 Uhr, Steyer-Stadion) nochmals ein echtes Spitzenspiel. Fortuna-Trainer Andreas Pach erklärt, weshalb er jetzt schon stolz auf sein Team ist.

Herr Pach, Ihr Team trifft am Sonntag auf einen Klub, der sich im Sommer dem Zweitligisten FFV Leipzig anschließt. Zudem zog der BSV Al Dersimspor seine Elf vor Saisonbeginn zurück. Ist die Regionalliga so unattraktiv?

Nein. Ich denke, genau das Gegenteil ist der Fall. Die Regionalliga wird immer attraktiver. Dadurch sind einige Kräftebündelungen ein Muss oder eine Variante, wie man der gewachsenen Leistungsstärke begegnen kann. Die drei Zweitliga-Absteiger aus dem letzten Jahr sind bei uns jetzt wieder oben mit dabei. Dieses Jahr steigen mit dem Magdeburger FFC und Union Berlin wieder zwei starke NOFV-Teams aus der 2. Liga ab. Das wird interessant für uns.

Der SV Johannstadt kämpft gleichzeitig nach einem 0:4 im Relegations-Hinspiel daheim gegen den 1. FFV Erfurt um den Regionalliga-Aufstieg. Hat der Stadtrivale Ihrer Ansicht nach noch Chancen?

Im Fußball ist alles möglich, das hängt auch von der Tagesform ab. Ich würde es ihnen gönnen, weil es für Dresden und auch für uns attraktiv gewesen wäre. Aber man sieht, dass das doch nicht so im Vorbeigehen zu machen ist. Auch deshalb bin ich wahnsinnig stolz auf meine Mädels, was sie in dieser Saison erreicht haben. Wir stehen im vorderen Mittelfeld. Neubrandenburg ist beispielsweise Landesleistungszentrum, steigt mit der B-Jugend gegen den sächsischen Kontrahenten FFV Leipzig in die Nachwuchs-Bundesliga auf – und hat in der Regionalliga kein Spiel gewonnen, insgesamt nur fünf Tore erzielt. Deshalb schon vor dem letzten Spiel ein Kompliment an mein Team. Wir sind ein ernst zu nehmender Gegner, der jede Truppe dieser Liga an den Rand einer Niederlage bringen beziehungsweise schlagen kann.

Macht sich denn der höchstklassig spielende Frauenfußballverein Gedanken über eine Kräftebündelung in Dresden?

Da sollte man Schritt für Schritt gehen. Man soll niemals nie sagen. Aber Bündelung ist so eine Sache. Ich wüsste jetzt nicht, wer uns beispielsweise vom sächsischen Vizepokalsieger FSV Lok Dresden verstärken könnte. In Johannstadt gibt es eine familiäre Atmosphäre. Wir sind in letzter Zeit enger zusammengerückt, aber ich will da jetzt nichts kaputtreden.

Was erwarten Sie vom letzten Spiel?

Gutes Wetter haben wir schon mal bestellt. Dann hoffe ich auf ganz viele Zuschauer, um den 22 Damen ein Umfeld zu bieten, das sie verdient haben. Es geht zwar sportlich um nichts mehr, dafür soll das Drumherum ein schönes Event werden. Wir bieten eine Hüpfburg, Kinderschminken, eine Tombola – wir möchten den familiären Charakter herausstellen. Ich hoffe, dass viele Leute bei uns einen schönen Tag verbringen – und auf ein schönes Spiel.

Werden Spielerinnen verabschiedet?

Das ist sicher wie jedes Jahr so. Es gibt zwei, drei Akteurinnen, die angedeutet haben, dass sie nicht mehr bei uns spielen – zumindest nicht in der ersten Mannschaft. Marie Lehmann und Diana Böhme denken beispielsweise darüber nach. Da werden wir noch Gespräche führen.

Sie sprechen vom Wir: Sie haben Ihren Vertrag also verlängert?

Wir haben uns per Handschlag darauf geeinigt, dass es weitergeht. Es macht mir einfach derzeit viel Spaß. Ich bekomme täglich vorgeführt, worum es eigentlich gehen sollte. Um den Sport an sich und nicht um Befindlichkeiten, engstirnige Interessen, die Einzelne verfolgen. Diese Verwurzelung mit der Basis spüre ich bei Fortuna.

Quelle: sz-online.de (Sächsische Zeitung, 05.06.2015)

 

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