Sächsische Zeitung | 16. Mai 2017

Unverhoffter Neuzugang

Die Fußballerinnen des Drittligisten Fortuna profitieren vom Rückzug des FFV Leipzig.

Transferfenster sind auch nicht immer ganz dicht. Diesem Umstand und einem Negativtrend im ostdeutschen Frauenfußball hat der 1. FFC Fortuna Dresden eine personelle und sportliche Auffrischung zu verdanken.  

Seit knapp zwei Wochen steht Carolin Kieper im Kader des Tabellenfünften der Regionalliga Nordost, der am Sonntag beim Tabellensiebenten 1. FFV Erfurt 2:2 (0:1) spielte. Die 23-Jährige kickte bis Anfang April für den Ligarivalen FFV Leipzig. Die Messestädterinnen entschieden sich aber mitten in der Saison aus wirtschaftlichen Gründen für einen Rückzug aus dem Spielbetrieb. Alle bisherigen FFV-Kickerinnen sind damit laut der Spielordnung des Nordostdeutschen Fußball-Verbandes sofort für andere Klubs spielberechtigt. „Diese Regelung war anderen Vereinen vielleicht nicht so bekannt“, sagte Fortunas sportlicher Leiter Roland Hönisch. „Wir haben Carolin schon seit der vergangenen Saison auf dem Schirm. Sie zählt zu den auffälligsten Spielerinnen“, erklärt er.  

Der designierte Regionalligaaufsteiger RB Leipzig sowie FFV-Nachfolgeverein Phoenix Leipzig waren für Kieper offenbar keine Optionen. „Phoenix hatte zum Glück noch kein Spielrecht für Carolin beantragt“, bestätigte Hönisch. Dem Vernehmen nach wollen alle anderen FFV-Spielerinnen in der nächsten Saison für Phoenix Leipzig auflaufen – vermutlich wird das Team in der Landesklasse eingegliedert. 

Die aus Greifswald stammende Kieper, eine vielseitig einsetzbare offensive Mittelfeldspielerin, kommt für den personell angeschlagenen Dresdner Verein genau zur richtigen Zeit. „Sie hebt unser Niveau, hat sich sofort positiv in die Mannschaft eingefügt“, lobt Hönisch. Und das, obwohl Kieper derzeit in Leipzig eine Ausbildung zur Bürokauffrau absolviert und deshalb zum Training und Spiel pendelt, wenn es ihr zeitlich möglich ist. (ald)

 

Quelle: www.sz-online.de

 

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