Sächsische Zeitung | 13. Sept. 2016

In der Hitzeschlacht trifft die Fleißbiene doppelt

Von Alexander Hiller

Der 1. FFC Fortuna Dresden erfüllt trotz der Vorfreude auf das Event des Jahres seine Pflicht in der Regionalliga.

So etwas wie überschäumende Spielfreude darf man wahrscheinlich bei über 40 Grad in der prallen Sonne gar nicht erwarten. Dennoch überlagert die Vorfreude auf das größte Spiel in der Vereinsgeschichte schon den Alltag. Das sagt zumindest Andreas Pach. Der Trainer des Frauenfußball-Teams 1. FFC Fortuna Dresden musste vor dem Regionalligaduell gegen den 1. FC Neubrandenburg zunächst einmal die Gemüter seiner Schützlinge etwas beruhigen.

Schließlich hat die DFB-Pokalauslosung dem kleinen Verein das Spiel des Jahres, ja des Jahrzehnts – wohl sogar der ganzen Klubhistorie beschert. Der VfL Wolfsburg kommt in der zweiten Runde nach Dresden: Champions-League-Sieger 2013 und 2014, amtierender Pokalsieger und deutscher Vizemeister. Da darf man als Drittligist schon mal etwas aufgeregt sein – und zwar nicht nur die Spielerinnen des Fortuna-Kaders. Im Prinzip der gesamte Verein.

Da kann so ein Drittligaspiel gegen Neubrandenburg, Schlusslicht der Vorsaison, erschreckend normal daherkommen. Nichtsdestotrotz behielt Fortuna, Tabellenfünfter, in der Hitzeschlacht am Sonntag im Steyer-Stadion die Nerven. Stürmerin Judith Knieling erzielte die Führung (63.) für die Gastgeberinnen, doch der schnelle Ausgleich durch die offensiv eher schwachen Neubrandenburgerinnen durch Rabea Weglowski (65.) erzielte Wirkung. Fortuna legte jedoch nach. Mittelfeld-Fleißbiene Susann Müller traf zweimal (79./90.+1) zur Entscheidung – erst aus Nahdistanz, dann per fulminantem Fernschuss.

Duell gegen Wolfsburg am 8. Oktober

Das Pokalduell gegen den Cupverteidiger Wolfsburg trägt Fortuna bereits am 8. Oktober, 14 Uhr, im Heinz-Steyer-Stadion aus. Dann trifft der Landespokalsieger auf die Weltklasse-Elf aus der Bundesliga. Der DFB-Pokalsieger und deutsche Vizemeister hat gleich fünf deutsche Olympiasiegerinnen unter Vertrag – darunter die Sächsinnen Babette Peter und Anja Mittag.

Auch wenn die sportlichen Hoffnungen des Gastgebers beinahe gegen null tendieren – anders als bei den Männern ist der Leistungsunterschied zwischen erster und dritter Liga immens – will Fortuna ein besonderes Erlebnis aus dem Aufeinandertreffen machen. „Lasst uns diesen Tag gemeinsam erleben“, wirbt der Drittligist auf einem Ankündigungs-Flyer im Internet.

 

Quelle: sz-online.de (Sächsische Zeitung, 13.9.16)

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